Carbaryl

Carbaryl ist ein Insektizid (Handelsname Sevin®), das in vielen Bereichen eingesetzt wird, darunter Nutzpflanzen, Hausgärten, Rasenflächen und Bäume. Es wird häufig zur Bekämpfung von Blattläusen, Feuerameisen, Flöhen, Zecken, Spinnen und vielen anderen Schädlingen im Freien verwendet. Auch in einigen Obstplantagen kommt es zum Einsatz, um die Blütenstände von Obstbäumen auszudünnen. Laut WHO findet es zudem Anwendung im Bereich der öffentlichen Gesundheit und in der Veterinärmedizin.
Die Hauptquelle für die Aufnahme von Carbaryl durch den Menschen ist die Nahrung; es zersetzt sich innerhalb eines Monats oder weniger aus dem Wasser und wurde bisher nicht im Trinkwasser nachgewiesen, obwohl es möglicherweise durch Übersprühen oder Verschütten bei der Verwendung als Insektizid hineingelangen könnte.
Gesundheitliche Auswirkungen von Carbaryl
Carbaryl ist ein Nervengift, das das Enzym Cholinesterase hemmt und bei akuter Exposition zu Symptomen wie Reizung, Übelkeit, Erbrechen, Atembeschwerden, verschwommenem Sehen, Krämpfen und Koma führt.
In Studien wurden Mäusen über zwei Jahre täglich hohe Dosen Carbaryl verabreicht. Männliche Mäuse wiesen bei allen Dosisstufen eine erhöhte Anzahl von Blutgefäßtumoren auf. Bei der höchsten Dosis traten bei männlichen und weiblichen Mäusen vermehrt Nieren- und Leberkrebs auf. Basierend auf diesen Studien stufte die US-Umweltschutzbehörde (EPA) Carbaryl als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Im Jahr 2007 schätzte die EPA das lebenslange Krebsrisiko durch den Verzehr von Lebensmitteln mit Carbarylrückständen auf weniger als 1 zu 30 Millionen.
Langfristige Exposition kann nachweislich Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Muskelschwäche und Krämpfe verursachen und möglicherweise zu Nieren- oder Leberschäden führen. Es gilt nicht als krebserregend.
