Nebenwirkungen der Folsäure

Falls Sie sich jemals gefragt haben, warum Sie sich nach Croissants in Paris nicht aufgebläht und elend fühlen, nach Müsli und Bagels in den USA aber schon, sind Sie nicht allein. Mir ging es genauso. Nach drei Wochen europäischem Genuss – Pasta, Gebäck, Wein – kam ich leichter, klarer und voller Energie nach Hause. Kein Nebel im Kopf. Keine Gewichtszunahme. Und dann dämmerte es mir: Es lag nicht an den Kohlenhydraten, sondern an der Chemie in meinem Körper. In den USA werden unsere Getreideprodukte mit synthetischer Folsäure behandelt, eine Praxis, die seit 1993 vorgeschrieben ist.
Von Weißmehl über Müsli bis hin zu Reis – wenn auf der Verpackung „angereichert“ oder „mit Nährstoffen versetzt“ steht, ist das Produkt höchstwahrscheinlich mit einer synthetischen Substanz getränkt, die Ihr Körper möglicherweise gar nicht verwerten kann. Und was noch schlimmer ist: Fast 44 % der Amerikaner tragen eine Genmutation (MTHFR), die es ihnen nahezu unmöglich macht, Folsäure in die für den Körper nutzbare Form von Vitamin B9, Methylfolat, umzuwandeln. Und wenn sich ungenutzte Folsäure im Körper anreichert, schadet sie der Gesundheit.
Folsäure: Synthetisch bedeutet nicht sicher
Schauen wir uns das genauer an. Folat ist die natürliche Form von Vitamin B9 und kommt in grünem Blattgemüse, Linsen und Avocados vor. Folsäure hingegen ist die synthetisch hergestellte Variante, die unseren Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt wird. Theoretisch erfüllen beide denselben Zweck – sie unterstützen die DNA-Reparatur, die Bildung roter Blutkörperchen und die Entwicklung des Fötus. In der Praxis könnten sie jedoch unterschiedlicher nicht sein. Kann der Körper Folsäure nicht umwandeln, wird sie zu einem Giftstoff und nicht zu einem Nährstoff.
Unverstoffwechselte Folsäure im Blutkreislauf wird mit einer Vielzahl von Problemen in Verbindung gebracht, von Stimmungsschwankungen über Wochenbettdepressionen bis hin zu Konzentrationsstörungen und sogar Krebswachstum. Natürliches Folat oder seine bioverfügbare Form, methyliertes Folat (5-MTHF), umgeht hingegen die Umwandlung und kann den Körper direkt bei seinen Bedürfnissen unterstützen.

Der Zusammenhang zwischen ADHS und Angststörungen
Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie geben Ihrem Kind eine Schüssel Müsli und ein Glas Orangensaft mit in die Schule. Klingt gesund, oder? Nur ist das Müsli mit Folsäure angereichert, und wenn Ihr Kind die MTHFR-Mutation hat, geben Sie ihm gerade eine Dosis, die es nicht verarbeiten kann. Die Folsäure reichert sich im Körper an, überflutet ihn und ahmt eine stimulierende Wirkung nach: Zappeligkeit, Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten. Kommt Ihnen das bekannt vor? Deshalb wird bei so vielen Kindern fälschlicherweise ADHS diagnostiziert. Das Problem ist nicht ein Aufmerksamkeitsdefizit, sondern eine Überlastung. Ihr Gehirn arbeitet auf Hochtouren, aber es kann Gedanken nicht so schnell verarbeiten, wie sie entstehen. Anstatt ihre Neurochemie auf natürliche Weise zu unterstützen, greifen wir zu Medikamenten. Doch was wäre, wenn sie statt Adderall einfach nur synthetische Folsäure weglassen und methylierte B-Vitamine hinzufügen müssten?
Laut vielen Forschern im Bereich der Naturheilkunde ist einer der gefährlichsten Mythen der modernen Medizin, dass Folsäure Geburtsfehler verhindert. Zwar ist Vitamin B9 für die fetale Entwicklung essenziell, jedoch nicht die synthetische Form. Bei Frauen mit MTHFR-Mutationen führt eine hochdosierte Folsäure-Supplementierung (häufig in Schwangerschaftsvitaminen) zu einem Folsäureüberschuss, den der Körper nicht verwerten kann. Die Folge? Ein erhöhtes Risiko für Wochenbettdepressionen, hormonelle Ungleichgewichte und in einigen Studien sogar für Autismus.
Ein Folsäure-Gentest untersucht das MTHFR-Gen auf Mutationen. Dieses Gen wandelt Folsäure in ihre aktive Form, Folat, um. Variationen in diesem Gen können die Folatverwertung im Körper beeinträchtigen und zu Problemen wie erhöhten Homocysteinwerten führen. Was tun? Wechseln Sie in Ihrer Schwangerschaftsvorsorge zu methyliertem Folat. Und wenn Sie eine Schwangerschaft planen, lassen Sie sich genetisch testen. Zu wissen, ob Sie diese Mutation haben, kann Ihre Gesundheit und die Ihres Babys positiv beeinflussen.
WAS KÖNNEN SIE ALSO TUN?
- Zuallererst sollten Sie selbst recherchieren. Viele etablierte Mediziner loben Folsäure immer noch, ohne deren potenzielle Rolle bei chronischen Erkrankungen wie ADHS vollständig zu verstehen.
- Verzichten Sie auf alle mit Folsäure „angereicherten“ oder „verstärkten“ Lebensmittel, insbesondere auf Brot, Müsli, Multivitaminpräparate und verpackte Getreideprodukte.
- Wechseln Sie zu methylierten Folsäurepräparaten (5-MTHF), wenn Sie Vitamin B9 benötigen.
- Iss unverarbeitete Lebensmittel: Blattgemüse, Spargel, Linsen, Leber – allesamt von Natur aus reich an Folsäure.
- Erwägen Sie einen MTHFR-Gentest; er ist einfach durchzuführen und kann Ihnen umfassende Einblicke in Ihre Gesundheit ermöglichen.
- Prüfen Sie Ihre Schwangerschaftsvitamine und Multivitaminpräparate auf synthetische Folsäure. Die meisten gängigen Marken verwenden sie immer noch.
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